10Nov.

Recruiter zu sein in Deutschland im Jahr 2025 ist wie Bier zapfen auf dem Oktoberfest.

Alle rufen gleichzeitig, der Schaum spritzt in alle Richtungen und irgendwo dazwischen versucht man noch jemanden zu verstehen, der wirklich Durst hat.

Der Andrang an der Bar

In Branchen wie Logistik, Vertrieb und Verwaltung erhalten Unternehmen im Durchschnitt 250 bis 300 Bewerbungen pro Stelle – manchmal sogar innerhalb eines Wochenendes.

LinkedIn verzeichnete in diesem Jahr einen Anstieg des Bewerbungsvolumens in Deutschland um fast 50 Prozent.

Die meisten Bewerbungen stammen von Kandidaten, die mit einem Klick auf zwanzig Stellen gleichzeitig reagieren.

Und während die Recruiter noch versuchen nachzuschenken, legt die künstliche Intelligenz noch eine Runde drauf.

KI – der Zapfhahn, der nicht stoppt

Bewerber nutzen immer häufiger Tools, die Lebensläufe automatisch umschreiben, Anschreiben generieren und passende Stellen selbst auswählen.

Das Ergebnis ist eine Flut glänzender, aber leerer Bewerbungen.

Eine HR Managerin aus München brachte es auf den Punkt:

„Alle klingen begeistert – bis man anruft. Dann wissen die meisten nicht einmal, auf welche Stelle sie sich beworben haben.“

Der echte Kater

Ein durchschnittlicher Recruiter verbringt kaum 90 Sekunden mit einer Bewerbung.

Nicht, weil er nicht will, sondern weil einfach keine Zeit bleibt, jedes Bier zu probieren.

Genau deshalb gehen die guten Kandidaten verloren – sie wollten Aufmerksamkeit, keine automatische Absage.

Was jetzt

Die Lösung ist nicht ein größerer Zapfhahn, sondern ein besseres System.

  • Klare Vorauswahl auf Motivation, bevor der Lebenslauf gelesen wird.

  • Matching nach Verhalten und Werten, nicht nur nach Schlagwörtern.

  • Und Recruiter, die wieder Zeit für echte Gespräche haben.

Denn solange man weiter mit vollen Gläsern um sich wirft, endet das Ganze klebrig und unzufrieden.

ToWork4 Tipp

Nutze Technologie, um den Lärm zu filtern, nicht um noch mehr davon zu machen.

Und denk daran: Qualität vor Quantität ist kein Spruch – es ist die einzige Überlebensstrategie für das Recruiting 2025.